Programm & Themen

Piazza bietet rund um sechs Schwerpunktthemen Raum für den Austausch zum digitalen Staat.
Kern des Konferenzprogramms sind sechs interaktive Workshop, die Menschen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft einbringen und gestalten. Ein interaktives Rahmenprogramm vernetzt und inspiriert.

Schwerpunktthemen von Piazza 2021

Den inhaltlichen Rahmen der Konferenz setzen sechs Schwerpunktthemen, zu denen Sie Workshops vorschlagen können.

»Strategische Autonomie im Digitalen umfasst die Fähigkeiten des Staates, eigene politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prioritäten umsetzen zu können, ohne dabei in ungewünschtem Maße durch Abhängigkeiten in der Digitalisierung eingeschränkt zu werden.«
Doch wie sehen mögliche Wege zur digitalen Souveränität aus? Welche politischen Instrumente stehen zur Auswahl? Welche alternativen Strategien werden bisher übersehen? Wie messen wir ihren Erfolg? Wie steuern wir das Thema im föderalen System? Wie können Gesetze und Verordnungen die Selbstbestimmung im Digitalen fördern? Braucht der Staat eigene digitale Infrastrukturen und Kompetenzen? Welchen Beitrag kann die Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft dabei leisten?

Rund um Themen wie Open Government, Open Data, Open Source und Civic Tech scharen sich (semi-)professionelle Engagierte, die bereit sind, ihr Wissen, Können und ihre Arbeitszeit in den Dienst einer gemeinnützigen und gesellschaftlichen Sache zu stellen.  Um bleibende Kooperationen mit diesen Communities zu etablieren, braucht die Verwaltung eine entsprechende Kultur und Kompetenzen, aber auch den rechtlichen Rahmen.
Wie können in IT-Belangen das Know-how und die Bereitschaft zum Engagement der Zivilgesellschaft im Sinne einer Public-Civic-Partnership eingebunden werden – konstruktiv, nachhaltig und wertschätzend? Wie müssten die Strukturen beschaffen sein, die eine solche Einbindung ermöglichen? Welche verlässliche Entscheidungsbeteiligung ließe sich etablieren, damit nicht nur verkappte Dienstleistungsverhältnisse entstehen? Auf welche Weisen könnten mögliche Konflikte geklärt werden? An welcher Stelle im Entwicklungsprozess von Vorhaben sollte die Einbindung geschehen?

Sollte die Verwaltung Verfahren automatisieren, die potenziell weitreichende Auswirkungen auf Menschen und Gemeinwohl haben? Meist wird diese Frage allein intern entschieden – und der Backlash folgt, wenn die Öffentlichkeit davon erfährt. Dann sind Ressourcen bereits investiert und der Ärger ist auf allen Seiten groß. Die einen fühlen sich übergangen, andere missverstanden.
Beispiele aus anderen Ländern gibt es zuhauf, aber auch in Deutschland zeigen Fälle wie die Dialekterkennung des BAMF, dass es hilfreich sein kann, einen größeren Kreis von Menschen an der Entscheidung zu beteiligen, ob Verfahren, die schwerwiegende Folgen für die gesellschaftliche Teilhabe haben, automatisiert werden sollten – und, wenn ja, wie.
Brücken zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit können mithilfe von Methoden der „deliberativen Demokratie“ geschlagen werden, wie „spontane“ Verfahren zur Beteiligung von Bürger:innen bei aktuellen Entwicklungen (z. B. die rapid online deliberations des Ada Lovelace Institutes) und langfristige Beteiligungen (etwa zur schottischen KI-Strategie) zeigen, aber auch der Expertenrat für Klimafragen. Wir suchen nach Ideen und Konzepten für Modelle, die für die Automatisierung der Verwaltung in Deutschland funktionieren könnten. 

Hackathons, Innovationslabore, Leuchtturmprojekte: Außenwirksame Aktionen der Verwaltungsdigitalisierung binden viele Ressourcen und politische Aufmerksamkeit – unabhängig von der Nachhaltigkeit ihrer Ergebnisse. Die wichtige Strukturarbeit an Standards, Architekturen und Informationssystemen scheint hingegen trotz zivilgesellschaftlichen Engagements oft nachrangig.
Wann machen Innovationsaktionen Sinn? Wie können wir ihre Ergebnisse verstetigen und weiterentwickeln? Wie können diese Aktionen einen Beitrag zur Strukturarbeit leisten? Welche Informationsstrukturen des digitalen Staates brauchen mehr Aufmerksamkeit? Wie gewährleisten wir Respekt und Anerkennung für die zivilgesellschaftliche Mitarbeit, z. B. bei Civic Tech?

Die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung benötigt an erster Stelle Mitarbeitende mit entsprechender digitaler und algorithmischer Kompetenz. Egal ob beim elektronischen Bürgerportal, Online-Bürgerkonto, bei Informations- und Cybersicherheit, elektronischer Identifizierung und Verschlüsselung für Jedermann oder beim Einsatz von KI-Systemen: Die Anforderungen an die Modernisierung der Behörden und der öffentlichen Verwaltung mittels Informationstechnik (IT) steigen zunehmend.
Doch wie werden die Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung befähigt, bei diesen Entwicklungen Schritt zu halten? Wie könnte eine Weiterbildung aussehen, die technisches Wissen und Wissen über Verwaltungsinterna so verbindet, dass den Anforderungen entsprechende Rollen (z. B. »Algorithmen-Beauftragte«) in der Verwaltung geschaffen werden können? Welche Werkzeuge zur Bewertung des Einflusses von Informationstechnik auf Menschen und Teilhabe könnten zur Unterstützung von Verwaltungsmitarbeitenden sinnvoll sein? 

Ohne den Ruf nach IT-Standards kommt keine digitalpolitische Empfehlungsliste aus. Standards sollen die Interoperabilität verschiedener Komponenten, den Marktzugang kleiner Unternehmen, die Überprüfbarkeit, Zertifizierbarkeit und Sicherheit, den Ausweg aus Lock-in-Situationen und vieles mehr garantieren.
Wie technisch und strategisch kluge Standardsetzung und -nutzung in der digitalen Verwaltung erfolgen und dabei die Rolle der Zivilgesellschaft aussehen kann, sind offene Fragen: Sollten IT-Standards möglichst strikt sein oder viel Spielraum lassen? Sollten sie von staatlichen, privatwirtschaftlichen oder gemeinnützigen Organisationen gepflegt werden? Brauchen wir Normen, Industriestandards, technische Richtlinien oder Best Practices? Wo brauchen wir dringend neue Standards? Sollten Staat und Zivilgesellschaft gezielt Einfluss auf Standardsetzung nehmen und, wenn ja, wie? Wie kann die Gemeinwohlorientierung in Standardisierungsprozessen unterstützt werden?

Ein Schwerpunktthema spricht Sie an? Wir suchen Menschen und Organisationen, die mit ihren Workshops Piazza mit Leben füllen. Mehr Informationen bei unserem Call for Workshops.

Zeit & Ort

Piazza findet als eintägige Veranstaltung am Donnerstag, 2. Dezember 2021 statt.
Im Jahr 2021 führen wir die Konferenz aufgrund der derzeit nicht absehbaren Infektionslage und Hygieneauflagen vollständig virtuell durch.
Lassen Sie sich per E-Mail über den Anmeldestart zur Konferenz informieren.

Der Ablauf

Piazza bringt Sie mit sechs interaktiven Workshops in den Arkaden und einem durchgängigen Rahmenprogramm auf der Flaniermeile in fachlichen Austausch.

Ostarkaden
Westarkaden
Flaniermeile
Eröffnung

Workshop 1

Workshop 3

Workshop 2

Workshop 4

Vernetzungs-Angebot

Vernetzungs-Angebot

Mittagspause

Lightning Talks

Workshop 5

Workshop 6

Vernetzungs-Angebot

Abschluss

offener Hangout

Programmdetails folgen, sobald die Workshops ausgewählt sind. Wir informieren Sie gerne per E-Mail, wenn Sie sich voranmelden.