Zeigen oder wirken? Innovative Vorhaben gezielt richtig bewerten und ausrichten

11:50 bis 13:20 Uhr

Felix Köhler, Jan Reddehase, Holger Deutschmann, Christian Peters (Land Berlin, Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales)

Anliegen und Fragestellung

“Innovationstheater” (Maßnahmen der Verwaltungsdigitalisierung, die primär Aufmerksamkeit generieren, unabhängig von der Nachhaltigkeit ihrer Ergebnisse) kann sinnvoll sein, um „Leuchttürme“ zu platzieren. Dann haben Musterprojekte, Prototypen und dergleichen durchaus ihren Sinn, um in der Folge als Beispiele für größere Strukturänderungen referenziert werden zu können. Allerdings führt „Innovationstheater“ aber zu Verschwendung von knappen Personal- und Finanzmitteln, weil gute Ideen nicht nachhaltig verankert werden. In diesem Fall werden Strukturauswirkungen nicht mitgedacht, und zu hohe Erwartungen bei Projektteilnehmenden geweckt, die sodann enttäuscht werden. So verpuffen Vorhaben ohne Ausschöpfung ihres Potenzials. Wenn dieser Unterschied frühzeitig absehbar ist, können Projekte beispielsweise entweder angemessen ausgestattet und nachhaltig ausgerichtet, auf einen „Leuchtturm“ herunterdefiniert oder sogar abgebrochen werden. Nur wenn man frühzeitig erkennt, auf welchem Pfad man ist, kann man daraus Konsequenzen ziehen.

Wie können wir in der Praxis erkennen, ob wir im Innovationstheater mitspielen? Wie betreiben wir Innovation mit Struktur, damit die Innovation in der Struktur ankommt? Im Optimalfall erarbeiten wir im Workshop eine Art „Flowchart“ bzw. „Entscheidungsbaum“, der als “Checkliste” oder “methodische Handreichung” dabei hilft, die richtigen Fragen an eine innovative Idee zu stellen. Damit soll frühzeitig eine „Pfadentscheidung“ ermöglicht werden.

Expertise der Teilnehmenden

Arbeit in oder mit der öffentlichen Verwaltung an Modernisierungsvorhaben. Positive Erfahrungen aus innovativen Projekten in der Verwaltung; negative Erlebnisse eigenen Scheiterns an Verwaltungsstrukturen; negative Erlebnisse des Scheiterns von „Innovationstheater“ mit „verbrannten Ressourcen“.

Workshopgeber:innen

Felix Köhler

Felix Köhler ist nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Passau und Cardiff in seiner Wahlheimat Berlin angekommen. Nach einer kurzen Tätigkeit als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt IT-Recht trat er 2008 in die Berliner Landesverwaltung ein und widmet sich seitdem vorrangig der Digitalisierung der Verwaltung. Seit 2018 leitet er den Bereich „IT-Fachaufgaben Soziales“ in der Senatsverwaltung und ist damit zuständig für die Digitalisierung der Berliner Sozialverwaltung; sein Ziel ist das papierlose Sozialamt.

Jan Reddehase

Jan Reddehase ist Grundsatzreferent für E-Government in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin. Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften an der Universität Potsdam hat er zunächst im Deutschen Bundestag gearbeitet und anschließend als Berater strategische IT-Projekte für den Public Sector durchgeführt, bevor er 2018 in die Senatsverwaltung wechselte. Er verantwortet dort die Themen des E-GovG Berlin im Ressort, u.A. das zentrale Geschäftsprozessmanagement und das Projekt zur Einführung der E-Akte.

Holger Deutschmann

Holger Deutschmann ist Jahrgang 1983 und arbeitete ab 2006 im ITDZ Berlin in der Fachberatung und Systemberatung mit Schwerpunkt IT-Unterstützung. Nach knapp zwei Jahren im Pre-Sales Consulting des ITDZ Berlin (Beratung und Betreuung von Kunden im Rahmen komplexer Angebotsanfragen) wechselte er 2019 zur für Soziales zuständigen Senatsverwaltung. Dort ist er Grundsatzreferent für die Digitalisierung im Politikfeld Soziales, und befasst sich insbesondere damit, IT-Fachverfahren in den Sozial- und Teilhabeämtern einzuführen oder weiterzuentwickeln.

Christian Peters

Christian Peters ist Jahrgang 1965 und seit 1985 in der Berliner Verwaltung beschäftigt. Nach seiner Ausbildung und ersten Tätigkeiten in der Bezirksverwaltung arbeitete er 17 Jahre beim LIT Berlin, das in dieser Zeit zum heutigen ITDZ Berlin wurde, in der Systemintegration und IT-Organisation. Anschließend übernahm er für 7 Jahre beim LABO Berlin die stellvertretende IT-Fachverfahrensverantwortung für das Einwohner- und Personenstandswesen. Über eine kurze Tätigkeit bei des Senatsinnenverwaltung in der IKT-Steuerung leitet er seit 2018 bei der SenIAS das Projekt Sozialhilfeportal, durch das die Geschäftsprozesse der Berliner Sozialämter digital unterstützt und um Onlinezugänge für Bürgerinnen, Bürger und die Sozialwirtschaft ergänzt werden.