Warum mit Kanonen auf Spatzen schießen: Wie kann der Datenaustausch mit und in der öffentlichen Verwaltung einfacher und partizipativer als bislang standardisiert werden?

11:50 bis 13:20 Uhr

Dr. Jens Klessmann (Fraunhofer FOKUS), Ernesto Ruge (Open Knowledge Foundation Deutschland), Gloria Vokmann (Stadt Köln), Christian Horn (GovData), Christian Wittig (GovData)

Anliegen und Fragestellung

Für die weitere Digitalisierung von Prozessen innerhalb und an der Schnittstelle zur öffentlichen Verwaltung ist der möglichst einfache Austausch von Daten ein wichtiger Baustein. Einfacher wird dieser Austausch, wenn die Daten in einer abgestimmten Struktur verfügbar sind. In Deutschland gibt es die XÖV-Standards. Hiermit kann der Datenaustausch z.B. zu Meldedaten formal festgelegt werden. Der Prozess einen solchen offiziellen Standard zu erreichen ist jedoch aufwändig und in vielen Fällen gar nicht notwendig. Gerade zivilgesellschaftliche Organisationen stellt ein besonders aufwändiger Ablauf mitunter auch vor Ressourcenprobleme. Gleichzeitig erhält eine Vereinbarung zum Datenaustausch über einen anerkannten Standard auch mehr Strahlkraft. Was fehlt ist ein Standardisierungsangebot zwischen den offiziellen XÖV-Standards und einer gänzlich informellen Festlegung, eine Art XÖV light vergleichbar dem Unterschied zwischen einer Deutschen Industrienorm (DIN) und einer DIN-spec. 

Ein entsprechendes Angebot bedarf begleitender Unterstützung in finanzieller (Gibt es Förderung für Standardisierung? Wenn ja, für wen?) und organisatorischer (z.B. Ressourcen für Beratungsabläufe, Teilnehmendenmanagement, Öffentlichkeitsarbeit) Form. Wie könnte ein leichtgewichtiges Angebot für Standardisierung des elektronischen Datenaustauschs im öffentlichen Sektor aussehen? Der Workshop soll konkrete Vorschläge erarbeiten, die als Ausgangspunkt für den Aufbau eines solchen Angebots dienen können. 

Expertise der Teilnehmenden

  • Erfahrungen mit dem Austausch von Daten im und mit dem öffentlichen Sektor
  • Erfahrungen mit Standardisierungsprozessen im öffentlichen Sektor und außerhalb in Deutschland und international

Workshopgeber:innen

Dr. Jens Klessmann

Dr. Jens Klessmann ist Leiter des Geschäftsbereichs Digital Public Services des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin. Bereits seit 2014 leitet er dort auch eine Fachgruppe im Bereich Dateninfrastrukturen im öffentlichen Sektor. Er hat dazu seit 2008 in diversen nationalen und internationalen Forschungs- und Beratungsprojekten u.a. zu Governance Technologien mitgearbeitet oder diese geleitet. An der Universität Speyer hat er zur Zusammenarbeit von öffentlicher Verwaltung und Zivilgesellschaft promoviert.

Ernesto Ruge

Kurzvita folgt.

Gloria Vokmann

Gloria Volkmann ist seit Mai 2021 bei der Stadt Köln für den Bereich open Data zuständig. Zuvor war Sie nach Abschluss ihres Studiums der Wirtschaftsinformatik im Jahre 2012 als wissenschaftlichen Mitarbeitern am Institut für Wirtschaftsinformation der Universität zu Köln tätig. Dort hat Frau Volkmann insbesondere Data-Science-Forschungsprojekte zur datengestützten Konsumenten-Produktwahrnehmung und Produkterfolgsermittlung sowie zu Kommunikationsstrukturen-Effizienz von Arbeitsgruppen gleitet.

Christian Horn

Christian Horn arbeitet seit 1989 bei der Freien und Hansestadt Hamburg. Seit 2006 bewegt er sich im Bereich der Verwaltungsmodernisierung und hat dort an unterschiedlichen Projekten mitgearbeitet. Seit 2010 beschäftigt sich Christian Horn mit dem Thema Transparenz und Open Data und ist federführend verantwortlich für den Aufbau und Betrieb des damaligen OpenData-Portals Hamburg (Vorgänger des Hamburger Transparenzportals). Seit 1.1.2015 leitet Christian Horn die Geschäfts- und Koordinierungsstelle GovData, dem Datenportal für Deutschland. Die Geschäfts- und Koordinierungsstelle GovData ist seit dem 1.1.2018 im neuen Amt IT- und Digitalisierung in der Senatskanzlei Hamburg angesiedelt.

Christian Wittig

Kurzvita folgt.